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  • AutorenbildCasa do José

Portugals Sardinenfischerei: Eine reiche Tradition und kulinarischer Hochgenuss



Die Sardinenfischerei ist seit Jahrhunderten ein wesentlicher Bestandteil der portugiesischen Kultur und Küche. Jedes Jahr beginnt die Sardinensaison im Mai und dauert bis September, was sowohl Einheimische als auch Touristen in die Küstenregionen des Landes lockt, um das Spektakel des Sardinenfangs zu erleben.


Die Bedeutung der Sardinen in Portugal


Sardinen sind ein wichtiger Bestandteil der portugiesischen Küche, und das Land ist einer der größten Verbraucher und Erzeuger von Sardinen weltweit. In der Regel werden sie gegrillt und mit Salzkartoffeln und Salat serviert, sie können aber auch gebacken, gebraten oder auf andere Weise zubereitet werden. Sardinen werden oft als Snack oder in belegten Broten gegessen und sind ein wesentlicher Bestandteil vieler traditioneller portugiesischer Gerichte wie Caldeirada (Fischeintopf) und Arroz de tomate com sardinhas (Tomatenreis mit Sardinen).


Die Sardinenfischerei ist auch für die portugiesische Wirtschaft von großer Bedeutung. Im Jahr 2019 exportierte das Land 27.455 Tonnen Sardinenkonserven im Wert von 108,9 Millionen Euro. Sardinen machen einen erheblichen Teil der gesamten Fischerei des Landes aus, wobei der Fang über 80 % der Gesamtanlandungen kleiner pelagischer Fische in portugiesischen Gewässern ausmacht.

Die Sardinenindustrie beschäftigt Tausende von Menschen im Land, von Fischern bis zu Fabrikarbeitern, und ist eine wichtige Einkommensquelle für viele Küstengemeinden.


Die Sardinenkonservenindustrie in Portugal


Die Sardinenkonservenindustrie in Portugal blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Praxis der Fischkonservierung geht auf das Römische Reich zurück, aber erst im Zeitalter der Entdeckungen entwickelten die Portugiesen die Techniken zur Konservierung von Sardinen, die auch heute noch verwendet werden.


Die erste Sardinenfabrik in Portugal wurde 1885 in Matosinhos gegründet, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es bereits mehr als 500 Fabriken im Lande. Die Industrie erreichte ihren Höhepunkt in den 1950er und 1960er Jahren, als Portugal der größte Exporteur von Sardinenkonserven in der Welt war.

In den 1980er Jahren erlebte die Branche jedoch aufgrund von Überfischung und Konkurrenz aus anderen Ländern einen Niedergang. Heute gibt es in Portugal nur noch eine Handvoll Sardinenfabriken, die jedoch nach wie vor einige der besten Sardinenkonserven der Welt herstellen.


Die Bedeutung der Sardinen in der portugiesischen Küche


Sardinen sind nicht nur eine Einkommensquelle und ein Teil der portugiesischen Kultur, sondern auch ein Symbol für die Identität des Landes. Jedes Jahr wird die Sardinensaison mit Festen und Veranstaltungen im ganzen Land gefeiert. Eines der bekanntesten ist das Lissabonner Sardinenfest, das im Juni stattfindet und Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt anzieht.


Während des Festes duftet es in den Straßen Lissabons nach gegrillten Sardinen, und die Luft ist erfüllt vom Klang der traditionellen portugiesischen Musik. Das Fest ist ein Fest der Sardine, aber auch ein Fest der portugiesischen Kultur, Geschichte und Identität.


Gegrillte Sardinen sind die häufigste Art, Sardinen in Portugal zu essen. Die Sardinen werden in der Regel über einer offenen Flamme gegrillt und oft auf einer Scheibe Brot mit etwas Olivenöl und einer Prise Salz serviert. Dieses einfache, aber köstliche Gericht ist unter dem Namen "sardinhas assadas" bekannt und ein Grundnahrungsmittel der portugiesischen Sommerküche.


In Portugal werden Sardinen vor dem Grillen traditionell nicht gesäubert, da sie aufgrund ihrer geringen Größe und zarten Beschaffenheit schwer zu handhaben sind, ohne den Fisch zu beschädigen. Außerdem werden Sardinen in der Regel im Ganzen verzehrt, also mit Kopf, Schwanz und Organen, die von vielen Portugiesen als Delikatesse angesehen werden. Wenn man den Fisch unversehrt lässt, bleiben auch sein natürlicher Geschmack und seine Säfte erhalten, was zu einem saftigeren und schmackhafteren Gericht führt.


Gegrillte Sardinen werden häufig mit Salzkartoffeln und einem Salat oder gerösteten Paprika serviert. Der rauchige Geschmack der gegrillten Sardinen harmoniert perfekt mit dem würzigen Salat oder den Paprikaschoten und ergibt eine köstliche und sättigende Mahlzeit. Gegrillte Sardinen sind ein wahrer kulinarischer Genuss und ein Muss für jeden, der Portugal während der Sardinenzeit besucht.


Darüber hinaus ist die Sardine eine wichtige Eiweiß- und Nahrungsquelle für die Portugiesen, die im Durchschnitt 13 Kilogramm Sardinen pro Kopf und Jahr verzehren.


Obwohl in Portugal auch andere Fischarten wie Kabeljau und Wolfsbarsch verzehrt werden, sind Sardinen nach wie vor ein fester Bestandteil der kulinarischen Identität des Landes. Die jährliche Sardinensaison wird von Einheimischen und Touristen gleichermaßen sehnsüchtig erwartet, und der Verzehr von gegrillten Sardinen ist eine beliebte Tradition in Portugal. Insgesamt spielt die Sardinenfischerei eine entscheidende Rolle für die portugiesische Wirtschaft, Kultur und Küche und ist ein wesentlicher Bestandteil der Identität des Landes.




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